Weite Sicht auf neue Wege: Fachabitur am Lüttfeld-Berufskolleg
Lemgo. Mehr als 130 Schülerinnen und Schüler haben im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen und im Bereich Ernährung und Hauswirtschaft des Lüttfeld-Berufskollegs in Lemgo die Abschlussprüfungen der Fachoberschule bestanden und das Fachabitur geschafft. Jetzt fand die feierliche Zeugnisübergabe statt, die aus einem bunten Programm mit mitreißenden musikalischen Darbietungen bestand. Schülerinnen und Schüler sangen das Stück „Breaking Free“ aus dem „High School Musical“, das „I Dreamed a Dream“ aus dem Musical „Les Miserables“ und eine Neufassung einer Peter-Fox-Hymne. Zudem kam auch das Lied „My Savior My God“ des amerikanischen Songwriters Aaron Shust zur Aufführung, eindrucksvoll gesunden von der Absolventin Sabine Becker. Für die Zuhörer war das Gänsehaut pur. In einer Rede betonte Sabine Krüger, Bildungsgangleiterin für den Bereich Sozial- und Gesundheitswesen, wie ereignisreich die letzten beiden Jahre für die Schülerinnen und Schüler waren und wie stolz sie nun auf das Erreichte sein können. Das Erlangen der Fachhochschulreife beschrieb sie als ein „Gipfelerlebnis mit spannenden Etappen und weite Sicht auf neue Horizonte und neue Wege, die sich nun auftun.“
Die Klassenbesten mit ihren Lehrern: Bildungsgangorganisatorin Bärbel Beckmann, Julia Bähr, Constanze Deffland, Schulleiter Manfred Kreisel, Judith Heilig, Monja Jösting, Katrin Bröker, Bildungsgangleiterin Sabine Krüger, Sarah Meister und Johanna Helbig.
Ziele für die Zukunft: Fachabitur mit Schwerpunkt Technik am Lüttfeld-Berufskolleg
Lemgo. Während einer Feierstunde am Lüttfeld-Berufskolleg erhielten mehr als 140 Schülerinnen und Schüler aus den Fachbereichen Bau, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Metalltechnik das Zeugnis der Fachhochschulreife, das ein bundesweites Fachhochschul- oder Gesamthochschulstudium ermöglicht. Als bester Schüler schaffte Jan Andresen sein Fachabitur mit einem Einser-Notendurchschnitt (1,0). Leider konnte er an der Feierlichkeit nicht teilnehmen, da er zur Zeit ein Praktikum in Canada absolviert, und zum Sprung auf die nächste Herausforderung ansetzt, wie der Schulleiter Manfred Kreisel in seiner Rede zu berichten wusste. Insgesamt macht Herr Kreisel in seinem Vortrag den jungen Absolventinnen und Absolventen Mut für ihre weitere Zukunft. Das Lüttfeld-Berufskolleg trage in starkem Maße zur gesellschaftlichen Integration bei. Mehr als 30 Prozent der Absolventinnen und Absolventen haben einen Migrationshintergrund und werden deshalb an der Schule auf besondere Weise gefördert. Auf diesem Grundwissen und diesen Erfolgserlebnissen lasse sich bestens aufbauen, so der Schulleiter. Zudem seien gut ausgebildete Facharbeiter und Führungskräfte nach wie vor gefragt. Schließlich forderte er die Absolventinnen und Absolventen auf, sich für die nächsten zehn Jahre Ziele zu setzen und ihr Handeln ganz bewusst darauf auszurichten. Auf diese Weise würden sie Verantwortung übernehmen und Freiheit erlangen als Mitglieder einer zukunftsorientierten Gesellschaft.
Schulleiter Manfred Kreisel umgeben von den jahrgangsbesten Fachabiturienten. Von links: Eugen Neufeld, Michael Depping, Samet Kahya, Michael Detzel, Simon Zander, Kim Kluge, Sergej Sinowtschenko und Andreas Bischler.
Ein Pflaster für das kleine Wehwehchen: Der Schulsanitätsdienst des Lüttfeld-Berufskollegs bietet Erst-Hilfe-Kurse für Kindergartenkinder an
Lemgo. „Aua, Aua!“, der Teddybär Lütti hat sich verletzt. Acht Vorschulkinder, die die Kindertagesstätte Wilde Wiese am Biesterberg in Lemgo besuchen, nehmen aufmerksam und neugierig an einem Erste-Hilfe-Kurs teil, der von dem Schulsanitätsdienst des Lüttfeld-Berufskollegs angeboten wird. Zum Schulsanitätsdienst gehören Schülerinnen und Schüler, die ehrenamtlich die Aufgabe übernehmen, im Rahmen ihres Dienstes Verletzte zu versorgen, Kranke zu betreuen und Schulungen durchzuführen. Für die Vorschulkinder der Kindertagesstätte Wilden Wiese haben sie ein Programm entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder zugeschnitten ist und ihnen spielerisch die Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt. Die Kinder lernen, kleine und blutende Wunden fachgerecht mit Kompressen und Mullbinden zu versorgen, Pflaster zu kleben und den Notruf 112 an Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste abzusetzen. Auch wird den Kindern beigebracht, wie wichtig es ist, beim Fahrradfahren immer einen Helm zu tragen. Zudem erfahren sie, was bei Kopfverletzungen zu tun ist und wie ein Kopfverband angelegt wird. Am Ende des Kurses erhalten die neuen „Ersthelfer“ ein kleines Geschenk und eine große Urkunde. Jetzt wissen die Vorschulkinder, wie sie die Wunde vom Teddybär Lütti, übrigens das Maskottchen der Schulsanitäter des Lüttfeld-Berufskollegs, fachmännisch versorgen können. Gerne bietet der Schulsanitätsdienst des Lüttfeld-Berufskollegs weitere Erste-Hilfe-Kurse für Kindergartenkinder an.
Projekttag „Tod und Sterben“ für die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen
Der Besuch der zweijährige Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen am Lüttfeld-Berufskolleg führt zu einem mittleren Schulabschluss und zur Anerkennung als Staatlich geprüfte/r Sozialhelfer/in. Im Rahmen der Ausbildung unternahmen die beiden Unterstufen-Klassen des Bildungsgangs jetzt eine Exkursion zu Orten in der Region, an denen das Thema „Tod und Sterben“ eine besondere Rolle spielt. Eine Gruppe besuchte das Hospiz der diakonis-Stiftung Diakonissenhaus in Detmold und führte auch ein Gespräch mit der mobilen Bestatterin Maike Ramrath. Eine andere Gruppe unternahm eine Fahrt nach Bad Pyrmont zu dem Hospiz Mutter Anselma-Friedenstal und auch zu dem Bestattungshaus „Weber & Eggert“. An den unterschiedlichen Orten erfuhren die Schülerinnen und Schüler etwas über die verschiedenen Berufe in diesem anspruchsvollen Arbeitsbereich, über den achtsamen Umgang mit dem Ende des Lebens, über Bestattungsrituale und die professionelle Unterstützung für Hinterbliebene. Bemerkenswert war, so die stellten die begleitenden Lehrerinnen Marion Burchart, Ayce Deniz, Makrina Kröger und Anja Schäfermann einstimmig fest, mit welcher Intensität und Offenheit sich die Schülerinnen und Schüler dem schweren Thema „Tod und Sterben“ näherten und mit welch einfühlsamen Worten sie wesentliche Fragen formulierten und ihren eigenen Empfindungen Ausdruck verliehen.
Studieren auf Probe
Lemgo. Einen interessanten Einblick in das Studium an der Universität Bielefeld erhielten Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen des Beruflichen Gymnasiums für Erziehungswissenschaften des Lüttfeld-Berufskollegs. Mit ihren Lehrern Martin Roffmann und Dr. Herbert Jochmann unternahmen sie eine Exkursion nach Bielefeld, um dort im Rahmen der Schüler-Info-Woche Näheres über das Studium an der Fakultät für Erziehungswissenschaften zu erfahren. Informationsveranstaltungen, Vorlesungen und Diskussionsrunden boten vielfältige Eindrücke. Dabei ging es um Inhalte des Fachs Erziehungswissenschaften, um Forschungsschwerpunkte der Fakultät, um Studiengänge und Abschlüsse an der Universität und um mögliche Berufsfelder für Pädagoginnen und Pädagogen. Natürlich machten die Wissenschaftler auch Werbung in eigener Sache. Sie hoben hervor, dass ihre Fakultät national und international anerkannt ist und den Studierenden eine „fundierte Ausbildung mit guten bis sehr guten Berufsaussichten“ bietet. Ein besonderes Highlight war der Besuch einer regulären Vorlesung zum Thema „Einführung in die Sozialisationsforschung“, die nicht zu theoretisch, sondern ganz anschaulich mit humorvollen Beispielen aus dem Alltag von Jugendlichen angelegt war. Auf dem Rückweg nach Lemgo waren sich alle einig, dass sich die Fahrt gelohnt und es viel Spaß gemacht hat, ein wenig Uniluft zu schnuppern. Vielleicht wird ja die Eine oder der Andere nach dem Abitur in Bielefeld ein Studium aufnehmen.
Abitur am Lüttfeld-Berufskolleg
Eine Rose als Anerkennung: Schulleiter Manfred Kreisel beglückwünschte Katharina Adrian, die mit einem Notendurchschnitt von 1,8 als Jahrgangsbeste das Abitur schaffte. Insgesamt haben 36 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums für Erziehungswissenschaften des Lüttfeld-Berufskollegs das Abitur bestanden. In einer Feierstunde bedankten sie sich bei ihren Lehrern für die Ausbildung und für die vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten während der letzten drei Jahre. Im Verlauf der Feier intonierten die Abiturientinnen und Abiturienten unter anderem „I Believe I Can Fly“ von R. Kelly, das sie in „Abi lief, I can fly“ umtexteten. Mit einem heiteren Rückblick verabschiedeten sich die Klassenlehrerinnen Dr. Antje Rausch-Leimkühler und Synke Rothe von ihren Schützlingen und wünschten Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Jahrgangsbeste Abiturientin Katharina Adrian (Mitte) mit ihren Klassenlehrerinnen Synke Rothe und Dr. Antje Rausch-Leimkühler.
Engere Zusammenarbeit mit Haupt- und Realschulen: Neue Partner für die Lemgoer Berufskollegs
Lemgo. (fok) Aus drei werden sechs – Die beiden Berufskollegs der Bildungsmeile Lemgo-Lüttfeld habe die Zahl ihrer Partnerschulen in der Sekundarstufe I verdoppelt. Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist die intensivere Information der Schülerinnen und Schüler beim Übergang von den weiterführenden Schulen zu den Berufskollegs. Während eines Erfahrungsaustausches aller acht beteiligter Partner wurden die Verträge unterzeichnet.
Manfred Kreisel als Schulleiter des Lüttfeld-Berufskollegs und Rudolf Stock als sein Amtskollege des Hanse-Berufskollegs freuten sich mit der Heinz-Sielmann-Hauptschule in Oerlinghausen, der Stephan-Ludwig-Jacobi-Realschule des Kalletals und der Freiligrath-Realschule in Lage drei neue Kooperationspartner begrüßen zu können. Nach der Eduard-Hoffmann-Realschule in Bad Salzuflen, der Hauptschule Maßbruch und der Kantorschule in Lage arbeiten nun sechs Schulen mit den Berufskollegs eng zusammen.
Als ein Baustein der Berufswahlvorbereitung werden im Vertragswerk die „auf Information und Hospitation ausgerichteten Angebote“ der Berufskollegs genannt, die dazu dienen sollen „Praxiserfahrungen in unterschiedlichen Bildungsgängen und ihren Schwerpunktfächern“ zu erlangen und die „Anforderungen verschiedener schulischer Anschlussmöglichkeiten erfahrbar zu machen.“
Durch die Kooperation zwischen den Haupt- und Realschulen mit dem HANSE-Berufskolleg und dem Lüttfeld-Berufskolleg (Bildungsmeile Lemgo-Lüttfeld) soll ein deutlich größeres Angebot der Berufswahlorientierung institutionalisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler können Praxiserfahrungen in unterschiedlichen Bildungsgängen und ihren Schwerpunktfächern sammeln und dabei die spezifischen Anforderungen verschiedener schulischer Anschlussmöglichkeiten erfahren. Parallel zu den im Rahmen der Kooperation festgeschriebenen Schülerpraktika ist ein fachlicher Austausch der Hauptfachlehrkräfte der beteiligten Schulen vorgesehen, um hier einen möglichst reibungslosen Übergang der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.
In der Umsetzung bedeutet dies, dass die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 der Haupt- und Realschulen bis zu fünf Tage am Unterricht der Berufskollegs teilnehmen und die inhaltlichen Anforderungen in den verschiedenen Berufsbildern und Bildungsgängen kennenlernen, um so eine genauere Vorstellung davon zu erlangen, was sie am Berufskolleg erwartet. Dass genau das sehr wichtig ist, machte Manfred Kreisel deutlich, der darauf hinwies, dass es vielen Schülern oft nur darum gehe, einen höheren Schulabschluss zu erlangen, es ihnen aber völlig egal sei, in welchem Berufsbild. „Das darf nicht sein“, so sein Fazit, das Berufsbild müsse passen, damit es nicht zu hohen Abbrecherquoten komme.
Rolf Bockwinkel, Schulleiter aus Oerlinghausen machte auch deutlich, dass die Schüler „aus ihrem behüteten, überschaubaren System der Sekundarstufe I Einblicke ins Großsystem Berufskolleg“ erhalten müssen. Innerhalb der Diskussion über die inhaltliche und organisatorische Gestaltung der Hospitationen machte Fritz-Otto Husemann von der Eduard-Hoffmann-Realschule deutlich, dass nicht nur an den Hauptschulen sondern auch an den Realschulen lediglich bis maximal 25 Prozent der Abgänger einen direkten Übergang zu den Ausbildungsplätzen schafften.
Die Kooperation der Berufskollegs mit den Haupt- und Realschule ist auf lange Zusammenarbeit ausgelegt und soll jährlich weiter optimiert werden.
Wissen Sie eigentlich, woher Ihr Joghurt kommt?
Diese Frage können die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Ernährung und Hauswirtschaft nun positiv beantworten.
An einem kalten Dezembermorgen fuhren sie im Rahmen ihres Unterrichtes (Ernährungslehre mit Chemie) per Zug nach Gütersloh, um dort in der ehemaligen Molkerei (nun ein Werk der Firma Campina) Produktionswege und –bedingungen in der Milchverarbeitung zu erleben.
Hier ihr Bericht:
Hier war vieles anders, als wir erwartet hatten:
Zunächst wurden wir von Herrn Bellmann empfangen, dem langjährigen Leiter der Zubereitung. Er kleidete uns erst einmal „ganz in weiß“ neu ein, d.h. wir wurden mit Schutzmänteln und Kopfhauben ausgestattet. Überhaupt ist Hygiene das A und O der Produktion: Das HACCP-Konzept zur Hygienekontrolle war wortwörtlich „auf Schritt und Tritt“ gegenwärtig. Das führt natürlich auch dazu, dass wir vom eigentlichen Joghurt während der Betriebsbesichtigung überhaupt nichts zu sehen bekamen. Die Homogenisierung, Reifung und Mischvorgänge finden in geschlossenen Edelstahltanks statt, die wiederum einen hohen Reinigungsaufwand erfordern. Wir hätten gern noch die Produktion anderer Milchprodukte wie z.B. Käse gesehen, doch der Wettbewerb zwingt die einzelnen Werke zur Spezialisierung – in Gütersloh sind das Joghurt und Milchdesserts. Im riesigen Hochlager konnten wir beobachten, wie einzelne Lieferungen aus der Vielzahl an Sorten und Marken für verschiedene Handelsketten bearbeitet wurden. Ruhig ist es in diesem hoch automatisierten Betrieb nicht. Daher trugen wir Kopfhörer, über die Herr Bellmann mit Informationen versorgte. Schade, dass nicht alle Geräte funktionierten. Trotzdem fanden wir die Führung sehr interessant und aufregend. Die anschließende Verkostung einer Vielzahl von Produkten zeigte uns die verschiedenen Marketing-Ideen im Lebensmittelbereich. Sie war nicht nur eine köstliche Stärkung nach der 1,5stündigen Besichtigung, sondern rettete uns auch auf dem langen Marsch zurück zum Bahnhof durch Sturm und Wind.












